Rudolf H H Bruns

Survivor | Date of birth unkown | Cook on ss Franken

Cook on the ss Franken (NordDeutschen Lloyd). The ship was confiscated by Dutch authorities and renamed ss Wangi Wangi

Based on information provided by Wilhelm Osterfeld, Ernst Reiner prepared an In Memoriam which was published in STUDEOINFO April (no 4) 2004.

"Wir ehren in Rudolf Bruns den ältesten und den am längsten Überlebenden der bei dem Untergang der „van
Imhoff" Geretteten. Ich verdanke Wilhelm Osterfeld der „Nippan-Crew" die Angaben, die in diesem Nachruf stehen.
Rudolf Bruns war Schiffskoch und hat als solcher auf vielen Schiffen seit 1936 Dienst getan. Zuletzt 1940 war
er auf der „Franken", ein Schiff des Norddeutschen Lloyds, die bei Kriegsausbruch 1939 im Hafen von Padang, Sumatra Schutz suchte. Dort wurde er am 10. Mai 1940 interniert und kam in das Lager Alas Valley von wo im Dezember 1942 die Deutschen abtransportiert wurden, um von Sibolga aus nach Indien verbracht zu werden. Das 3. Transportchiff, die „Van Imhoff" fuhr mit 477 Mann von Sibolga weg, wurde am
19.1.1942 auf 97°0st und 20° Süd von japanischen Flugzeugen angegriffen und versenkt. 68 Mann konnten sich retten, wovon 3 verstarben. 409 Mann wurden vermißt oder waren tot, von denen die meisten mit dem Schiff untergegangen sind. Seitens der Holländer waren keinerlei Kennzeichen am Schiff angebracht worden, die es als Gefangenentransport zu erkennen gaben. Die holländische Besatzung konnte sich vollständig retten.

Auf zwei Booten gelangten die Schiffbrüchigen nach Nias. Nach der Landung verstarben 3 der Geretteten,
die gleich von den Holländern erneut in Gefangenschaft gesetzt wurden; aber bei der Eroberung der Insel
durch die Japaner wurden sie sogleich an andere Orte in Sumatra verlegt. Dann verstreuten sich die Geretteten, und Rudolf Bruns gelang es, nach Singapore zu kommen. Von dort kam er auf der „Charlotte Schliemann" nach Japan.
Dort war er Zivilangestellter beim Marinestützpunkt Yokohama Kamakura, später in Hakone.

Dort waren die bei der Kriegsmarine registrierten nach der Besetzung durch die Amerikaner festgesetzten Deutschen
interniert.Sie wurden bereits im Februar 1947 mit der „Marine Jumper" nach Deutschland repatriiert und kamen am 24. März 1947 in Bremerhaven an. Von dort ging es nach Ludwigsburg, dem Durchgangslager für alle aus dem Ausland zurückgesandten Deutschen.

Rudolf Bruns hatte wohl in Kamakura die attraktive
Maria kennen gelernt, ein Kind eines Tsingtau-Deutschen und einer Japanerin und geheiratet. Maria ist am 4. 2. 1914 geboren. Sie folgte ihm nach Deutschland. Rudolf Bruns hatte sich im Raum Kassel ein Geschäft erstanden und war in den nachfolgenden Jahren nach Immenhausen gezogen, wo er mit seinen Kindern in einem Hause wohnte.

An mehreren Treffen der „Nippon -Crew" nahm er teil. Aber seine mit dem Alter zunehmende Hinfälligkeit hinderte ihn und seine Frau, an den Treffen teilzunehmen, und seit 2002 war es ihm nicht mehr möglich mitzumachen, denn er war bettlägerig. Nach einem längeren Leiden, das viel an Pflege erforderte, starb er am 4. Februar 2004, am 90. Geburtstag seiner Frau.

Bruno war durch und durch Seemann, und so wurde auch sein Wunsch auf See begraben zu werden, erfüllt.

Source: Reiner, Ernst - In Memoriam Rudolf Bruns (+4.2.2004). Schiffskoch, seit 1936. 10.5.40 auf Sumatra interniert, Überlebender bei Untergang „Van Imhoff“ am 19.1.1942, Heirat in Japan, Repatriierung auf Marine Jumper Febr. 1947 Ref: STUDEOINFO April (no 4) 2004, page 34-35.


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